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10.000 B.C.

Action:
Humor:
Spannung:
Erotik:
Anspruch:
Film-Wertung:

Filmkritik
10.03.2008 10:31 Uhr -
D'Leh (S. Strait) auf der Jagd. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Roland Emmerich sollte in seinen Filmen einfach machen, was er am besten kann: Die Welt untergehen lassen. Zugegeben, das deutsche Spielbergle aus dem Schwabenland legte schon immer mehr Wert auf atemberaubende Effekte, als die Tiefe seiner Film-Storys. Aber Streifen wie Stargate, Independence Day oder zuletzt The Day After Tomorrow unterhielten nicht nur perfekt, sondern besaßen auch eine mehr oder minder gute und zum Teil sogar anspruchsvolle Handlung. Nachdem ferne Planeten, Monster und die Zukunft in Emmerichs Filmen inzwischen zur Genüge thematisiert wurden, sollte es bei seinem neuen Film in eine andere Richtung gehen, und zwar weit in die Vergangenheit.

Steinzeit Schönlinge
Etwa 12.000 Jahre vor unserer Zeit, lebt in einer abgeschiedenen und verschneiten Bergwelt das Volk der Yagahl. Die Jagd auf Mammuts sichert ihnen ihre Existenz und dient gleichzeitig als Initiationsritus der stärksten Krieger. Doch da der Klimawandel schon in der Steinzeit unbarmherzig zuschlägt, bleiben die Urzeit-Riesen immer häufiger dem Jagdgebiet der Yagahl fern. Einer Prophezeiung zufolge sollen aber ein blauäugiges Mädchen und ihr Held das Volk retten können. Tatsächlich finden die Jäger während eines eisigen Sturms ein blauäugiges Mädchen namens Evolet, deren Stamm einer Reiterhorde zum Opfer gefallen ist. Sie wird von den Yagahl aufgenommen. Viele Jahre später ist sie zu einer hübschen Frau herangewachsen, an die der Jäger D'Leh sein Herz verloren hat. Als die Reiter von damals auch bei den Yagahl auftauchen und Evolet zusammen mit andere Frauen und Männern verschleppen, zögert D'Leh keine Sekunde und versucht allen Gefahren zum Trotz seine große Liebe zu retten.
Bereits erste kurze Inhaltsangaben von 10.000 B.C. erinnerten im Grunde an Mel Gibsons Apocalypto. Das sollte sich auch bewahrheiten. Nun traute sich Gibson seinen Film komplett in einem Dialekt der Maya zu drehen und scheute sich auch nicht vor einer rudimentär-brutalen, ungeschönten Inszenierung. Roland Emmerich dagegen packte literweise Weichspüler aus und zeigt uns die Hochglanz-Seite der Steinzeit in der alle Völker und Stämme perfektes Englisch beziehungsweise Deutsch sprechen. Evolet, D'Leh und die meisten anderen Steinzeitmenschen könnten dabei als Stoneage's Next Top Model durchgehen, die mit Dreadlocks schon vor Jahrtausenden Trends setzten und - hätte es damals schon Zahncreme gegeben - Werbeikonen der Zahnpflege hätten werden können. Glücklicherweise stellt 10.000 B.C. anders wie Apocalypto keinerlei Wahrheitsansprüche.

Fleißig gespickt
Allein die Geschichte wirkt so beliebig, künstlich und zum x-ten mal aufgewärmt, dass der Unterhaltungswert im Vergleich zu anderen Emmerich-Werken sehr zu wünschen übrig lässt. Zudem wird man den Eindruck nicht los, dass Emmerich nicht nur bei Mel Gibson abgekuckt hat, sondern auch seine eigenen Filme zur Inspiration zweitverwertete. Das Volk, das die Yagahl verschleppt, seine Architektur und sein Herrscher erinnern gewaltig an Stargate. Was fehlt sind eigentlich nur noch die Raumschiffe, die an den Pyramiden andocken.
Die einzige Stärke von 10.000 B.C. sind seine Effekte. Die Urzeit-Flora und -Fauna wurde toll umgesetzt. Von Mammuts über Säbelzahntiger bis hin zu Dinosauriern á la Jurassic Park und King Kong besitzt der Streifen eine Vielzahl beeindruckender Schauwerte voller Action. Diese hinterlassen einen weitaus nachhaltigeren Eindruck, als alle Schauspieler zusammen, waren so oder so ähnlich aber in anderen Filmen auch schon zu sehen. Leider reicht für einen guten Film allein die Optik eben nicht mehr aus. Selbst eingefleischte Emmerich-Fans müssen wohl zugeben, dass 10,000 B.C. einer der schwächsten Filme des schwäbischen Filmemachers ist.

(Thomas Raab)

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Adventure, Romance
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Kinostart: 06.03.2008
ca. 109 Minuten
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