24.08.2007 14:45 Uhr -
Nach Danny Boyles "28 Days Later" sagen die Zombies auch in "28 Weeks Later" wieder Guten Tag. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Danny Boyles Zombie-Apokalypse
28 Days Later war einer der ganz großen Filmerfolge des Jahres 2001: Weltweit spielte sie über 82 Mio. US-Dollar ein - ein Traumergebnis, wenn man bedenkt, dass der Film nur relativ geringe Produktionskosten von 8 Mio. US-Dollar hatte. Entsprechend hoch lag da die Messlatte für das Sequel dieses Horror-Hits. Aber Danny Boyle ließ sich von dem Erwartungsdruck nicht bange machen. Weil er mitten in den Dreharbeiten zu seinem Sci-Fi-Thriller
Sunshine steckte, konnte er bei der Fortsetzung nicht selbst Regie führen. Stattdessen übernahm er "nur" die Produktion und engagierte als Regisseur den bislang unbekannten Spanier Juan Carlos Fresnadillo.
Eine ungewöhnliche Wahl - doch sie erwies sich als absoluter Volltreffer. Fresnadillo hat wirklich eine fulminante Fortsetzung geschaffen: temporeich, blutig und brachial!
Dabei fängt der Film zunächst ganz gemütlich an: Irgendwo in der britischen Provinz versammelt sich eine Wohngemeinschaft zum Abendessen. Die Szenerie ist zwar ein bisschen düster und die Tischgesellschaft wirkt nervös - aber von Grusel kann hier erst einmal keine Rede sein. Auweia, denkt man sich da prompt. Geht es nun so öde weiter? Doch auf einmal macht es WUMMS! Ohne Vorwarnung kracht ein Untoter mitten in die gute Stube - und was nun folgt, ist die wohl nervenaufreibendste Verfolgungsjagd, die es je in einem Zombiefilm gab. Dutzende von lebenden Kadavern treiben ihre Menschenopfer erbarmungslos durchs Haus. Eine Horrorhatz zum Nägelbeißen - was für ein genialer Filmauftakt!
Auch im weiteren Verlauf der Handlung spielt Fresnadillo immer wieder mit diesen wirkungsvollen Wechseln zwischen ruhigen Szenen, auf die sogleich wahre Splatter-Orgien folgen. Der eigentliche Plot des Films spielt sich 28 Wochen nach der Eröffnungssequenz ab. Familienvater Don (Robert Carlyle) konnte sich als Einziger aus dem belagerten Haus befreien und nach London fliehen. Die Stadt ist inzwischen von Untoten gesäubert und wird von US-Soldaten bewacht. Doch just in dem Moment, als Dons Kinder von einem längeren Auslandsaufenthalt nach London zurückkehren, bricht der Zombie-Virus wieder aus.
Ausgerechnet die US-Soldaten, die sich zuvor als über-selbstbewusste Weltretter aufgespielt hatten, verlieren augenblicklich die Kontrolle und ballern panisch alles nieder (Vergleiche mit der Interventionspolitik der USA sind hier natürlich gewollt!). Eine kleine Truppe Überlebender setzt sich gegen diese Übermacht aus Untoten und durchgeknallten Amis zur Wehr. Radikal spannend und gnadenlos deftig - selten ist eine Fortsetzung so gelungen!