06.08.2007 17:22 Uhr -
Der Abschluss der Saga macht auf DVD eine gute Figur. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Höhepunkt von
Rocky Balboa ist natürlich das Finale des Films und Rockys letzter Kampf zwischen den Seilen. Stallone drehte dafür im Umfeld eines echten Kampfes in Las Vegas und wollte das Geschehen wie eine Fernsehübertragung aussehen lassen. Man stieg dafür von normalem Filmmaterial, das während des dramaturgischen Weges zum Kampf verwendet wurde, auf DV-Kameras und typische TV-Einstellungen am Ring um. Im visuellen Stil des Films ergibt sich dadurch zwar ein Bruch, der sich aber hervorragend in die Gesamtatmosphäre einpasst. Zunächst besitzt der Streifen einen sehr düsteren, traurigen und weichen Charakter, ganz Rockys seelischer Verfassung entsprechend. In Las Vegas weicht dieser Look einem poppigen und harten Eindruck. Qualitativ macht sich in keinem der beiden Fälle das Bild negativ im Heimkino bemerkbar. Beide besitzen ihren ganz eigenen, aber visuell sehr hochwertigen Stil.
Der Sound hält sich auch sehr lange bedeckt. Eine melancholische Variation des Rocky-Themas untermalt dezent die Szenerie, während Umgebungsgeräusche für Atmosphäre sorgen und hauptsächlich die Dialoge im Vordergrund stehen. Erst beim Training und schließlich beim Kampf dreht die Heimkinoanlage dann auf und verwandelt das heimische Lichtspielhaus in ein Tollhaus.
KraftpaketDass ein gealterter Boxer, der seinen körperlichen Zenit schon längst überschritten hat, noch einmal in den Ring steigt und kräftig Dresche einstecken, aber auch austeilen kann, mag zunächst unglaubwürdig klingen. Stallone dient aber so zu sagen als lebender Beweis dafür, dass man seinen Körper - zwar nicht ganz ohne die ein oder andere Hormonspritze - auch im hohen Alter bis zur Topform stählen kann. Stallones körperlicher Einsatz wirkt sensationell und extrem realistisch.Im Bonusmaterial des Balboa-Silberlings wird eigens darauf eingegangen, dass sich Stallone und Dixon-Darsteller Antonio Tarver (im echten Leben Boxer) bei den Dreharbeiten nichts geschenkt haben. Jeder Treffer war ein echter Treffer war und Tarver musste sogar gezwungen werden tatsächlich zuzuschlagen. Dieses Feature mit dem Titel "Realität im Ring" und das Special zur Entstehung des Streifens bieten zusammen einen sehr interessanten und umfangreichen Einblick in die Philosophie und das Anliegen Stallones hinter dem Streifen. Auch im Audiokommentar lässt einen der Regisseur und Hauptdarsteller an seinen Gedanken und Vorhaben, die er mit
Rocky, Teil sechs, hatte, teilhaben. Dadurch erschließt sich einem sehr viel Hintergrundinformation, die den Streifen noch sehenswerter machen.
In den entfallenen Szenen wurden einzelne Filmsequenzen zwar noch detailierter ausgearbeitet, aber wirklich vermisst hat man sie im finalen Schnitt nicht. Ähnliches gilt für das alternative Ende, das dann doch zu viel des Guten gewesen wäre. Etwas enttäuschend fielen beim Bonusmaterial eigentlich nur die verpatzten Szenen und der Gesamtumfang der Extras aus. Die gebotenen Features machen so viel Laune, dass man sich durchaus mehr davon gewünscht hätte. Aber lieber qualitativ hochwertige Kost als viel Gedöns auf niedrigem Niveau.
(Thomas Raab)