04.07.2007 13:27 Uhr - Ein Meister bei der Arbeit. Guillermo del Toro am Set von Pans Labyrinth
Guillermo del Toro ist ein wuchtiger Brocken von einem Mann, mit Bart, schlabberigen Jeans und Nickelbrille. Er sieht aus, wie einer, der den ganzen Tag mit einer Chipstüte auf dem Sofa verbringt und sich Horrorfilme reinzieht. Dabei ist das Gegenteil der Fall, er ist einer, der Horrorfilme ausspeit, und zwar am laufenden Band. Del Toro gilt als ein Wunderkind unter den Regisseuren. Scheinbar spielend gelingt ihm die Gratwanderung, die so vielen anderen Fantasy-Regisseuren versagt bleibt. Seine Filme sind unmissverständliche Genrefilme und werden trotzdem von Kritikern und Publikum ins Herz geschlossen. Sein Neuster,
Pans Labyrinth, hat weltweit über 60 Millionen Euro eingespielt und viele Filmpreise gewonnen, unter anderem die Oscars für beste Kamera, bestes Make-up und beste Ausstattung.
Visionäres MärchenDurch dick und dünn: Doug Jones schlüpfte für del Toro schon in viele Rollen. Bei Pans Labyrinth in die des Pan und des Pale Man.
Pans Labyrinth ist ein verstörendes Märchen für Erwachsene, die Geschichte eines kleinen Mädchens, das im Spanien des Zweiten Weltkriegs in seine eigene Traumwelt zu fliehen versucht, jedoch dabei feststellt, dass "die Schrecken des Faschismus wie Blut in ihre heile Märchenwelt tropfen", so der Regisseur.Del Toro ist ein passionierter Geschichtenerzähler, und wenn er sich den Mythen und Strukturen des Märchens bedient, dann rührt er damit an etwas, was in unseren Herzen begraben ist. Er bedient sich der Palette der Fantastik, weil ihm die Wirklichkeit nicht ausreicht.
Und er flucht wie ein Müllkutscher.
Ein Berg von einem Mann mit jeder Menge Fantasie
"Ich bin verdammt starrköpfig und ungehorsam", erklärt Del Toro bei einem Gespräch zum DVD-Start von
Pans Labyrinth. "Ich lege viel Wert auf meine Freiheit. Wenn man ein Riesenbudget für einen Film hat, kommen sofort alle möglichen Arschlöcher und sagen einem, was man zu tun hat."
Pans Labyrinth hatte diese Probleme nicht, der Film hat gerade mal dreizehn Millionen Euro gekostet. "Aber es sollte nach fünfzig Millionen aussehen," meint del Toro. Kein Problem, denn er ist es gewöhnt, mit wenig Geld zu arbeiten. Das war schon immer so, schon als er als Teenager in seiner Heimat Mexiko mit Monstern und Make-up auf Super-8 experimentiert hat. Er ist noch heute ein Mann der alten Schule, der die erste Fassung seiner Drehbücher handschriftlich zu Papier bringt, und haufenweise Zeichnungen und Kritzeleien macht.